Wechsel der Musikschulleitung

Wechsel der Musikschulleitung

Die Musikschule Emmen blickt auf eine ereignisreiche Zeit zurück. Nach der grossen Umstellung auf digitale Unterrichtsmethoden infolge des Corona-Lockdowns und der Rückkehr zum Präsenzunterricht hat Markus Kühnis in den Sommerferien sein Amt als Musikschulleiter an seine Nachfolgerin Brigitte Annoff übergeben.

24 Jahre lang hat Markus Kühnis die Musikschule Emmen geleitet und wesentlich geprägt. Er hinterlässt eine lebendige und gut vernetzte Musikschule mit einem vielseitigen Fächerangebot und einem motivierten Team. Auf seine schönsten Erinnerungen und Erlebnisse an der Musikschule angesprochen, meint er schmunzelnd, dass er nach so langer Zeit ein ganzes Buch damit füllen könnte.

Besonders genossen habe er die Momente, in denen er die lernenden in ihrer musikalischen Entwicklung spüren konnte, sei es an einer der unzähligen Veranstaltungen, bei den Unterrichtsbesuchen, aber auch in seiner eigenen Unterrichtstätigkeit. Auch die Zusammenarbeit mit den Lehrpersonen bei Projekten, im Unterricht oder bei der Schulentwicklung bleibt ihm in guter Erinnerung. Umso schmerzlicher, dass der Abschied von Markus Kühnis in eine Zeit gefallen ist, in der Veranstaltungen allesamt abgesagt werden mussten und schützende Distanz auch den Musikschulalltag prägte.

Brigitte Annoff, ausgebildete Primarschullehrerin und Gesangspädagogin mit vielseitiger Erfahrung sowohl im didaktischen Bereich als auch in leitenden Funktionen, hat die Musikschulleitung per 1. August 2020 übernommen. Grund genug, ihr einige Fragen über die Musikschule zu stellen.

Was hat Sie motiviert, sich für die Stelle als Musikschulleiterin in Emmen zu bewerben?

Mein ganzes Berufsleben ist geprägt von der Musikpädagogik. Eine Musikschule mitzugestalten, ist eine vielseitige, kreative und dynamische Aufgabe. Das Stelleninse­rat kam so einladend, frisch und innovativ daher, dass ich nicht widerstehen konnte. Ich freue mich sehr auf die bevorstehende Arbeit.

 

Wie sehen Sie die Zukunft der Musikschule Emmen?

Sehr positiv! Die Musikschule Emmen bie­tet schon vieles und hat gleichzeitig das Potenzial, sich weiterzuentwickeln. Das ist eine perfekte Ausgangslage.

 

Wo möchten Sie Schwerpunkte setzen?

Ich möchte mich einsetzen für eine fliessende Zusammenarbeit mit der Volksschule, um so gemeinsam die Kinder und Jugendlichen fürs Musizieren zu begeis­tern. Dabei glaube ich fest daran, dass Musik erlebt werden muss. Durch interdisziplinäre, altersgerechte Projekte, die ansprechend und leidenschaftlich gestaltet werden, wird das Miteinander gestärkt. Musik fördert auf diese Weise die Integration, die Sozial- und Lernkompetenz sowie den Zusammenhalt – sie verbindet. Die Zusammenarbeit mit Partnern in und um Emmen stufe ich ebenfalls als wichtig ein, damit die Musikschule das Kulturleben in Emmen mitgestalten kann. Je sichtbarer, desto besser.

 

Worauf freuen Sie sich am meisten bei Ihrer neuen Tätigkeit als Musikschulleiterin?

Ich freue mich darauf, die Musikschule weiterzuentwickeln, viele neue Menschen kennenzulernen, Kinder für Musik zu begeistern und tolle Projekte auf die Beine zu stellen.

 

Wo sehen Sie Herausforderungen?

Veränderungen herbeizuführen, ist immer eine Herausforderung, denn vieles ist ungewiss und nicht alle Menschen freuen sich darauf. Auch denke ich, dass es heute neue Wege braucht, Kinder und Jugendliche fürs Musizieren zu gewinnen. Der Wochenplan ist vollgepackt, die Digitalisierung schreitet voran, das Interesse für die reale Musik verschiebt sich. Anstatt diese Phänomene als Hindernisse zu betrachten, möchte ich sie als Chance anpacken, etwas Neues daraus entstehen zu lassen.

 

Der Stellenantritt und die Einarbeitung als Musikschulleiterin fielen mit dem Lockdown zusammen. Wie haben Sie diese schwierige Zeit an der Musikschule Emmen erlebt?

Ich war überrascht zu sehen, wie die meisten Lehrpersonen die neuen Bedingungen als Chance genutzt haben, sich digital weiterzuentwickeln. Natürlich war es aber auch schade, keine einzige Veranstaltung und die Menschen dahinter gesehen zu haben. Dies findet halt jetzt verzögert statt. Markus Kühnis und ich hatten dafür genügend Zeit, um ohne Hektik über die Musikschule zu sprechen. Nun freue ich mich auf diesen neuen Abschnitt.

Autorin: Sabine Moser